19km-Einer-Langstrecke Attersee (Early bird), 20. August 2016

19 km. Das entspricht in Luftlinie in etwa der Entfernung Leipzig Hauptbahnhof bis nach Grimma oder nicht ganz bis Halle.

Auf dem Attersee, dem größten Binnensee Österreichs, findet seit 5 Jahren das –so die Eigenaussage des Veranstalters- härteste Einer-Rennen Österreichs statt: 19 km (wenn man die Ideallinie erwischt, was praktisch nie der Fall ist) quer über den Attersee von Unterach nach Seewalchen, im Einer, Startzeit der 1. Abteilung ist 6.30 Uhr.

Der erfahrene Ruderer weiß, weshalb diese frühe Startzeit (Early bird !!) gewählt wird. Am frühen Morgen ist wenig Wind und es sind nur wenige Motor- oder Segelboote unterwegs. Und der Attersee ist eine beliebte Ferienregion und ganz nebenbei für seinen unberechenbaren Wind berüchtigt. Aber der Reiz war einfach zu groß und so meldeten wir für die 19 km.

 

Der Attersee hat die Form wie ein spiegelverkehrtes „L“. Nach ca. 4 km ist man um die Biegung herum und rudert dann die übrigen 15 km von Süd nach Nord am Westufer des Sees. Aber bereits diese ersten Kilometer haben es in sich. Denn es kommt quer zur Ruderrichtung der Wind aus dem Weißenbach-Tal (gelegentlich sind die Luftkästen weg, keine Panik, sind gleich wieder da, die 3 km gehen auch vorbei…), dann muss man auf die Inselspitze bei Misling zuhalten (nicht die Bucht ausfahren…), anschließend Parschallen anpeilen (nicht die Bucht ausfahren und in keinen Segelhafen fahren…), die eigens gesetzte Boje 1 bei Nussdorf landseitig passieren (sonst gibt es 5 Strafminuten…), dann die Kirche von Attersee anvisieren und Boje 2 landseitig passieren (beim 2.Verstoß wird man disqualifiziert…), schließlich zwischen Litzlberger Insel und Boje 3 durchrudern (die Besatzung des dortigen Rettungsboots ruft fröhlich „nur noch 3 km, aufi geht’s“…) und dann Kurs auf das Strandbad mit dem Ziel nehmen, möglichst ohne über Schwimmer (einfach zu bewerkstelligen…) oder Begrenzungsbojen (schon etwas schwieriger) zu fahren.

Gut 50 Starter aus Tschechien, Italien, Deutschland und Österreich ließen sich von Streckenlänge und äußeren Bedingungen nicht schrecken. Im Starterfeld der Frauen war ich nach eigenem Gefühl ganz gut unterwegs und konnte mich gerade noch vor Bernd (sehr mit den Wellen hadernd, aber dennoch bis zum Ende durchkämpfend…) ins Ziel retten der in der 1.Männergruppe gestartet war. Beim anschließenden gemeinsamen Frühstück aller beteiligten wurden dann die Ergebnisse bekannt gegeben. In der Gesamtwertung aller 12 gestarteten Frauen hatte ich den 5.Platz errudert, der Sieg ging an Lisa Farthofer, die viertplazierte des C-Finales im diesjährigen Weltcup in Posen .

Spaß, Erfolg, ein für uns Flachwasserruderer ungewohntes Rudergefühl und eine schöne Veranstaltung mit netten Leuten. Mit diesen Eindrücken fuhren wir zurück nach Leipzig.

 

Anette Löffler (Leipzig), Bernd Schmid (Erlangen)