Abschied

Unsere Sportfreundin Charlotte Hartmann ist nach Vollendung ihres 95. Lebensjahres am 24.Juli 2016 gestorben. Heute, am 2.8.2016, verabschieden wir uns von unserem Ehrenmitglied Charlotte. Selbst bis ins hohe Alter von 90 Jahren war es ihr ein Bedürfnis, sich im Stadtbootshaus mit der Seniorinnen-Gruppe "Montagsruderer" zur wöchentlichen sportliche Betätigung in der Gemeinschaft, sei es im Mannschaftsboot oder zum Ruderergometer-Training zur Erhaltung ihrer Leistungskraft zu treffen. Mit Charlott, so nannten wir sie, verliess das letzte sportlich aktive Mitglied der "Alt-Wikinger" aus der Gründerzeit 1991 den "RG Wiking im SC DHfK Leipztig e.V." - Christa Rieger

1937 meldete sich die l6jährige Charlotte Rudolph mit Erlaubnis der Eltern und Nennung von zwei Bürgen als Mitglied in der Rudergesellschaft Wiking an. Wettkampfrudern, für das sich Charlotte entschied, erforderte schon damals 4-mal in der Woche Training. Fleißiges Training war der Lohn für Starts bei Ruder-Regatten. 1942 wurde sie in die Familie Hartmann durch Heirat integriert, die besonders durch die sportlichen Erfolge von Schwager und Ehemann im Club anerkannt waren. Zum Ende des Krieges war vom Bootshaus nur noch ein Trümmerhaufen übrig. Die den Krieg überlebenden SportlerInnen trafen sich im Bootshaus -Gelände zum Steineklopfen und damals für Charlotte eine Kostbarkeit, das in Trümmern gefundene Holz per Kinderwagen und mit Kleinkind nach Hause zu transportieren. Mit Ende des Krieges war der Club im Nichts verschwunden. Ehemalige Mitglieder suchten in anderen Vereinen Unterkunft. So auch Charlotte Hartmann ab der 1950er Jahre im "Sturmvogel", ab 1.5.54 "BSG Empor-Mitte Leipzig", 1967 erscheint im Mitgliedsbuch "SC DHfK Leipzig", 1971 ausgegliedert in "BSG Aufbau Südwest Leipzig", ab 1.1.1991 in "Triton Leipzig" und mit neuer Gründung im Jahr 1991 wieder "RG Wiking". Das wöchentliche Mannschafts-Rudern wurde für sie in all den Jahren zur Tradition. Unterbrechen musste sie es zwangsweise wegen einer schlimmen Unterschenkelverletzung, verursacht durch einen Sport-Unfall am maroden Bootssteg bei "Aufbau Südwest" und im Jahr 2006 als Opfer eines brutalen Raubüberfalls auf dem Weg zum Ruder-Ergometer-Training im Stadtbootshaus, bei dem ihr der Täter eine schwere Armverletzung zufügte. Solange die körperlichen Kräfte es ihr erlaubten, bestieg sie das Boot zum Rudern oder auch mal um zu steuern.
Dank der Ruder-Ergometer konnte sich Charlott bis zum 90. Lebensjahr sportlich im Club betätigen.

Christa, Evelyn

für alle Ruderer des SC DHfK Leipzig

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